Die Menschen ändern sich. Irgendetwas verschiebt sich im Verhältnis von Innen und Aussen. Eine Grenze verschwindet: Wo ich anfange und aufhöre, wo die anderen sind und nicht mehr sind. Ein Ufer flacht sich ab. Eine Küste wird seicht. 

Der Inhalt eines einst als Psyche, als Privates, als Intimität bezeichneten Gebietes geht in die soziale Umgebung über. Aus dieser extravertierten Innerlichkeit wird eine sich gerade neu bestimmende, von Netzwerken durchzogene Öffentlichkeit, die aussieht, als werde sie getragen von Freundschaften. Sie besteht aus veröffentlichtem Privatem, sie ist das allgemeine Alleinsein. 

Und warum soll man denn mit anderen zusammen sein, wenn man genau so gut allein sein kann? Wie schrecklich das klingt. Und wie schön es doch ist: ultra hat sich dem Solo verschrieben, den Soli. 

Das bedeutet, sich ganz auf sich zu konzentrieren, im Vertrauen, dass, wenn das die anderen auch tun, etwas entsteht, von dem man selbst keine Ahnung hat und das zu erzeugen allein nicht möglich gewesen wäre. Es bedeutet, mit all dem, was man tut, so offen zu verfahren, dass es sich von dem, was die anderen tun, verändern lässt und selbst verändert. Sensible Autonomie.

Das Alleinsein, das wir suchen, ist ein gesellschaftlicher Zustand geworden. Und dadurch ein unerfüllbarer Wunsch. Ein Begehren nach sich selbst, da man sich selbst längst veräussert und verkauft hat, eine Sehnsucht nach nichts ausserhalb. Es ist Quelle des Schwungs, der Bewegung, die der Druckausgleich zwischen Innen und Aussen erzeugt: Wind zwischen zwei von Menschen besiedelten, unverstandenen Kontinenten.

Diese wissenschaftliche Grazie: die Pole und der Äquator, die Atmosphäre, die Corioliskraft, Isobaren und Parallelen, der wahre und der falsche Wind.

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